Rückblick und Ausblick 2026
Abschied, Projekte und Netzwerkentwicklung
Modellbild Jugendherberge Neuchâtel, Eröffnung Sommer 2027
Ein Leben für die Schweizer Jugendherbergen
Am 28. Dezember 2025 mussten wir Abschied nehmen von Jack Kern, Ehrenmitglied des Vereins Schweizer Jugendherbergen. Er ist mit 91 Jahren im Kreis seiner Familie verstorben.
Jack Kern wurde im Jahr 1962 in den Verein für Jugendherbergen in Zürich gewählt. Daraus sollte eine lebenslange Verbindung entstehen. Zuerst wirkte er als Vorstandmitglied federführend bei einem wegweisenden Projekt mit – am 20. Dezember 1965 konnte die neue, weltweit beachtete Jugendherberge Zürich eröffnet werden. Im Januar 1969 übernahm er die Aufgabe als Geschäftsleiter des Vereins für Jugendherbergen Zürich. Von da an arbeitete er über zwanzig Jahre lang am damaligen Sitz im Betrieb in Zürich-Wollishofen.
Während seines Engagements für die Organisationen konnte er einige Meilensteine erreichen. Am 11. Mai 1973 war Jack Kern Gründungsmitglied der Schweizerischen Stiftung für Sozialtourismus. Er übernahm die Geschäftsleitung und fungierte bis zu seiner Pensionierung in dieser Position. Am 1. Januar 1992 fusionierten 14 Jugendherbergsvereine zum Verein Schweizer Jugendherbergen, welcher 1994 seine neue Geschäftsstelle in Zürich eröffnete. «Das war mein grösster Erfolg», sagte Jack Kern 2022 in einem Interview anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums der Schweizerischen Stiftung für Sozialtourismus.
Jack Kern war nicht nur bedeutender Pionier und Wegbereiter der Schweizer Jugendherbergen, er war vielen persönlich ein Vorbild. Seinem Engagement, seinem Herzblut und seiner Verbundenheit zu allen Mitmenschen konnte sich niemand entziehen. Selbst nach seiner Pensionierung blieb er den Jugendherbergen als Ehrenmitglied eng verbunden.
Wir danken Jack Kern für sein unermüdliches Schaffen und Wirken für die Jugendherbergen während mehr als 60 Jahren.
Klimastrategie
Die Schweizer Jugendherbergen und die Schweizerische Stiftung für Sozialtourismus engagieren sich im Rahmen ihrer Gesamtstrategie einer nachhaltigen Unternehmensführung seit vielen Jahren für einen wirksamen Klimaschutz. Dabei verfolgen sie seit Mitte der 90er-Jahre die systematische Reduktion der schädlichen CO2-Emissionen.
Seit 2008 haben wir uns gegenüber dem Bundesamt für Umwelt BAFU zu CO2-Verminderungen verpflichtet. Um an die Verminderungsverpflichtung anzuknüpfen, welche noch bis ins Jahr 2024 gültig war, wurde ein Gesuch gestellt für eine neue Verpflichtung ab dem Jahr 2025. Diese Verminderungsverpflichtung wird bis ins Jahr 2040 gültig sein mit einer Option, diese im Jahr 2030 anzupassen. Für jede Jugendherberge wird ein Massnahmenplan erstellt, um die CO2-Emissionen weiter zu reduzieren und die Ziele gemäss Verpflichtungsvereinbarung zu erreichen.
Wir wollen gemäss unserer Klimastrategie weiterhin eine Vorreiterrolle einnehmen und das Netto-Null-Ziel (-90%) möglichst früh vor 2050 erreichen. Neben der Verminderungsverpflichtung soll auch ein detaillierter Dekarbonisierungsplan erstellt werden, welcher die Massnahmen für das Netto-Null-Ziel bis spätestens ins Jahr 2050 aufzeigt.
Digitale Entwicklungsprojekte
Anfang 2025 konnte eine neu entwickelte Buchungsleiste auf der Webseite www.youthhostel.ch gelauncht werden. Es können nun sehr einfach Jugendherbergen mit Verfügbarkeiten angezeigt werden. Diese Funktion dient vor allem Kurzentschlossenen, welche noch flexibel in der Wahl des Ortes sind. Per Ende 2025 konnte die neue Buchungsplattform gelauncht werden. Diese enthält zusätzliche Funktionen, um neben der Übernachtung und der Verpflegung in der Jugendherberge auch Drittleistungen zubuchen zu können.
Die neue Buchungsleiste und Buchungsplattform sind Teil einer umfassenden Digitalisierungsstrategie. Im 2024 wurde das Gästeportal my.youthhostel.ch gelauncht, welches unseren Mitgliedern und registrierten Benutzern den digitalen Kauf einer Mitgliedschaft und die einfache Verwaltung ihrer persönlichen Daten ermöglicht. In einem weiteren Projektschritt sollen 2026 auch die Buchungsanfragen für Gruppen und Schulen weiter vereinfacht werden. Zudem sollen unseren Gästen nach und nach weitere unterstützende digitale Funktionen über das Gästeportal und unser App angeboten werden. Trotz vielen geplanten Entwicklungsschritten in der Digitalisierung wird in unseren Jugendherbergen die menschliche Begegnung weiterhin im Zentrum stehen!
Aktuelle Projekte von Jugendherbergen
Genf ist für die Schweizer Jugendherbergen ein enorm wichtiger Standort. Nach langen Verhandlungs- und Planungsarbeiten nähern wir uns mit grossen Schritten der ersten eigenen Jugendherberge im Eigentum der Schweizerischen Stiftung für Sozialtourismus in Genf. Die Pläne basieren auf dem Resultat des Projektwettbewerbes im Areal von städtischen Sportanlagen, die kontinuierlich weiterentwickelt werden konnten. Die Stadt Genf erhält mit der Jugendherberge das für den Sort erforderliche günstige Bettenangebot für den Trainingsbetrieb und die Schweizer Jugendherbergen können eine gewichtige Lücke im Netzwerk schliessen. Am 1. Juli 2024 erfolgte der Baubeginn, am 16. Juli 2026 wird die neue Jugendherberge eröffnet.
Seit 2006 und der Betriebsübernahme durch die Schweizer Jugendherbergen mietet die Schweizerische Stiftung für Sozialtourismus das 1991 – 1993 erbaute «Jeunotel» von der Stadt Lausanne. Die Jugendherberge bedarf nach mehr als 30 Jahren Betriebszeit dringend einer umfassenden energetischen und substanziellen Sanierung sowie Verbesserungen des Ambientes. Ende 2024 unterzeichneten beide Partner eine Vereinbarung über die Projektzusammenarbeit und eine Mietvertragsverlängerung. Der Startschuss für das Projekt erfolgte noch im Jahr 2024. Im Jahr 2025 konnte das Vorprojekt erarbeitet werden.
Seit den 1930er Jahren thront in Mariastein die Burg als Jugendherberge Rotberg über dem Leimental. Sie ist ein fester Bestandteil im touristischen Angebot der Region. Zudem ist sie fixer Teil des Lehrplans unzähliger Schulklassen, welche sich ihr Wissen über das Mittelalter an einem realen Objekt aneignen und erleben. Der Stiftungsrat der Stiftung Jugendburg Rotberg legt all seine Bemühungen in den Dienst der Erhaltung dieser einmaligen Burg. In zwei Bauetappen wurden nun Verbesserungen für Sicherheit und Komfort durchgeführt. Die Sanierung umfasste die behutsame Erneuerung der Zimmer mit brandschutztechnischen Anpassungen sowie energetischen Optimierungen. Zudem wurde die Waffensammlung von Ernst Schläpfer szenografisch inszeniert. Nachdem im Vorjahr die erste Etappe ausgeführt wurde, erfolgte die zweite Etappe in der Winterpause 2025/2026.
Im Jahr 2022 ist die Stadt Martigny mit dem Wunsch nach einer Realisierung einer Jugendherberge im historischen «Bâtiment de l’Horloge» an die Schweizerische Stiftung für Sozialtourismus herangetreten. Der Umbau zur Jugendherberge mit rund 48 Betten wurde umgehend begonnen, finanziert durch den inzwischen leider verstorbenen Mäzen Léonard Gianadda. Nach umfassenden Renovations- und Umbauarbeiten wurde die denkmalgeschützte Jugendherberge am 28. Februar 2025 eröffnet.
Die Stadt Neuchâtel führte 2019 für den Umbau des Schulhauses «Les Sablons» in eine Jugendherberge einen Architekturwettbewerb durch. Daraus ging das Projekt «Carnets de voyages» des Neuenburger Architekturbüros Andrea Pelati einstimmig als Sieger hervor. 2020 musste die Planung unterbrochen werden, da das Schulhaus als Zwischennutzung eine andere Schule aufnahm. Nun wurde die Planung fortgesetzt – Ende 2024 hat der Conseil Général der Stadt Neuchâtel dem Kreditantrag für die Realisierung der Jugendherberge einstimmig zugestimmt. Im November ist die Baubewilligung erteilt worden, am 13. Januar 2026 erfolgte der offizielle Start der Bauarbeiten. Die Eröffnung der Jugendherberge ist für Frühsommer 2027 geplant.
Nach der Zustimmung der Gemeindeversammlung im Februar 2026 hat die Gemeinde Surses am 29. März 2026 an der Urne dem Kauf des ehemaligen Hotels Cube in Savognin zugestimmt. Die Gemeinde wird nun den Kauf der Liegenschaft abschliessen und die weiteren Schritte zur Instandsetzung und für die Inbetriebnahme als Jugendherberge einleiten. Ziel ist es, die Jugendherberge so bald wie möglich für die Gäste zu öffnen.
Neuer Hauptsitz
Über dreissig Jahre lang befanden sich die Büros der Schweizer Jugendherbergen und der Schweizerischen Stiftung für Sozialtourismus an der Schaffhauserstrasse 14 in Zürich. Am 17. Dezember 2025 sind die beiden Organisationen in eine neue, zeitgemässe und hindernisfreie Bürolandschaft an der Josefstrasse 216 umgezogen. Neu arbeiten alle Mitarbeitenden auf einer Etage – sie haben sich in kürzester Zeit in die äusserst attraktive Bürolandschaft eingelebt, welche die Schweizerische Stiftung für Sozialtourismus in Zusammenarbeit mit dem Büro Nader Interior GmbH entwickelt und mit Soliman Zurkirchen Architekten realisiert hat. Die Schweizer Jugendherbergen bedanken sich herzlich bei allen Beteiligten für die hervorragende Umsetzung dieses Projektes. Wir fühlen uns äusserst wohl in unseren neuen Büroräumlichkeiten.